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03.04.2019 11:04

Künstliche Intelligenz: OSB AG setzt Maßstäbe

Christian Seibert ist OSB AG Experte für das Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI). Welche Chancen und Risiken mit ihr verbunden sind und weshalb die OSB AG für Kunden ein idealer Partner im Bereich KI ist, verrät er im Interview – inklusive drei spannender Projekte, die in der Branche wegweisend sind.

Seit August 2017 ist Christian Seibert für die OSB AG tätig. Im Bereich Products and Innovations / Electronics Development der OSB AG entwickelt er gemeinsam mit den OSB Kollegen Produkte mit Fokus auf Künstliche Intelligenz – sowohl im Kundenauftrag als auch in Eigenentwicklungen. Zuvor war Christian Seibert bei verschiedenen namhaften Unternehmen der Luft- und Raumfahrtbranche, bei einem großen Hersteller für Kamerasysteme sowie bei einem renommierten Hersteller für Haushaltsgeräte tätig. Ein reicher KI-Erfahrungsschatz, den er nun gerne bei der OSB AG einbringt.

 

 

Herr Seibert, in welchen Lebensbereichen ist Künstliche Intelligenz aktuell präsent?

 

Christian Seibert: Prinzipiell überall, von ganz klein bis ganz groß. Jeder kleine Micro-Controller, jedes größere vernetzte System, alle cloud-basierten Systeme und die gesamten Expertensysteme – alle Bereiche des Alltags werden heute in irgendeiner Form durch mehr oder weniger komplexe KI-Systeme definiert. Die Thematik ist sehr verbreitet. Wobei ich immer sage „Eigentlich noch zu wenig verbreitet“, denn Künstliche Intelligenz macht Geräte schneller, leistungsfähiger, leiser und sparsamer. 

 

Was sind Ihre Prognosen, wie sich Künstliche Intelligenz weiterentwickelt und in der Zukunft aussehen wird?

 

Christian Seibert: Ich gehe davon aus, dass sich die KI in alle unsere Lebensbereiche intensiv hineinentwickeln wird, wo sie nicht schon längst ist. Das beginnt bei kleinen Systemen, die mitdenken und uns das Leben erleichtern, wie etwa Smarthome Applikationen. Türen, die sich für uns öffnen. Lichter, die sich für uns einschalten. Gerätschaften wie Kühlschränke oder Waschmaschinen, die unsere Verhaltensweisen erkennen und sich optimal danach ausrichten. Systeme, die uns im täglichen Leben praktisch überall die Arbeit abnehmen. 

 

Wie werden Ihrer Meinung nach die Veränderungen in größeren Systemen aussehen?

 

Christian Seibert: Das ist der andere Bereich der KI, die Expertensysteme. Auch hier werden sich viele Technologien sehr stark entwickeln. Ärzte werden etwa in ihren Diagnosen immer häufiger von Expertensystemen unterstützt. Moderne Flugzeuge fliegen nicht mehr ohne Experten- und KI-Systeme. Man könnte beinahe sagen, der Pilot ist im Cockpit nur noch ein Statist, der die Technik überwacht. Im Automotive-Bereich gibt es eine Vielzahl an Assistenzsystemen, die uns schon jetzt die Arbeit abnehmen. Ob ESB, ABS, Techniksysteme, die beim Bremsen, beim Beschleunigen, beim Anfahren, beim Halten der Kurven mithelfen. In einigen Jahren werden Autos alleine fahren oder zumindest in bestimmten Verkehrssituationen das Fahren für uns übernehmen. Nahezu überall sind KI-Ansätze und -Grundlagen da – und diese werden immer exzessiver genutzt. Menschen machen das, was Technologie ermöglicht. Ich sehe da keinen Stopp, sondern eine stete Weiterentwicklung. 

 

Inwiefern ist die OSB AG beim Thema Künstliche Intelligenz ein optimaler Partner für Kunden?

 

Christian Seibert: Die KI lebt sehr stark vom Thema Synergie. Ich übertrage Inhalte, Ideen und Philosophien von einem Technologieumfeld in ein anderes. Etwa wenn ich eine Technologie aus der Luft- und Raumfahrt in die Consumer-Industrie einbringe. Oder eine Technologie aus dem Bereich der Automotive auf ein Spielzeug übertrage. Diese Synergie zwischen den verschiedenen Technologie-Inhalten zu finden, ist ganz stark innerhalb eines Engineering Dienstleisters umsetzbar. Da ist die OSB AG als solches definierend. Das Unternehmen hat ein extrem großes Kundenportfolio in den Bereichen Automotive, Avionik und Consumer – und zwar in den verschiedensten Segmenten. Wir können in diesem Umfeld in alle Bereiche hineinsehen und die Synergien dieser Technologien optimal ausschöpfen. Insofern ist auch für mich als Experte die OSB AG als Arbeitgeber sehr interessant.

 

Verraten Sie uns einige aktuelle KI-Projekte der OSB AG?

 

Christian Seibert: Wir haben bei der OSB AG eine Vielzahl an Projekten, die sich mit KI-Themen auseinandersetzen. Ich nenne hier gerne drei Projekte als Beispiele, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dennoch alle drei die Thematik KI betreffen. Das erste Projekt ist ein kleiner Roboter, der nicht viel kostet, mit minimaler Sensorik und Aktuatorik und mit einem sehr kleinen, kostengünstigen Prozessor. Mit dieser Technologie möchten wir Schwarmintelligenzen in der Natur abbilden, wie im Ameisenhaufen oder Bienenstock. Das heißt, dieser kleine Roboter in großer Stückzahl, etwa vier bis sechs Roboter, kann hochkomplexe Aufgaben lösen. Nicht, weil der einzelne Roboter diese Fähigkeit hat, sondern das gesamte System. Hochinteressantes Projekt und absolut wegweisend im Bereich dessen, was man mit Schwärmen machen kann. Die Kollegen, die daran arbeiten sind extrem motiviert, hochintelligent und bringen viele tolle Ideen ein.

 

Das zweite KI-Projekt ist die sogenannte PSI5 Box. Was verbirgt sich dahinter?

 

Christian Seibert: Bei der PSI5 Analyzer-Box geht es um ein sehr leistungsfähiges, dezentrales System, das eine hohe Zahl an bestimmten Automotive-Sensoren in sehr kurzer Zeit bewerten kann. Wir haben das System auf einen Bruchteil der Kosten des herkömmlichen Systems gesenkt und gleichzeitig ein sehr viel leistungsfähigeres und effizienteres System geschaffen. Dieses kann nun in sehr kurzer Zeit Daten von Sensorclustern mit bis zu 240 Sensoren auswerten, bewerten und verarbeiten. Mit diesen Themen erklärt sich, warum die OSB AG so interessant ist. Wir haben einen Forschungsansatz, aber auch einen ganz klaren Industrialisierungsansatz.  

 

Das dritte Projekt kommt aus dem Bereich Energieversorgung.

 

Christian Seibert: Genau, hier geht es um smarte Stromzähler. Verbraucher haben kein großes Interesse an regulären Stromzählern, denn diese zeigen nur an, was man in Summe verbraucht hat. Unser Auftrag lautet: Energiewirtschaft für Kunden interessanter zu machen. Wir werten die Daten des Zählers in Bezug auf die Verhaltensweisen des Nutzers aus. Ein Projekt, das wir in Zusammenarbeit mit der Oberbayerischen Technischen Hochschule (OTH) in Regensburg durchführen sowie mit verschiedenen Energieversorgern und mit einem großen Hersteller von smarten Stromzählern. Sehr interessant für den Benutzer, weil er am Ende des Tages Vorschläge bekommt, wie er ohne Komforteinbußen durch kleine Verhaltensänderungen massiv Energie sparen kann. 

 

Bei aller Freude am Fortschritt – könnte Künstliche Intelligenz etwa mit ihrem teilweise großen Datenhunger nicht auch zur Gefahr werden?

 

Christian Seibert: KI-Systeme bilden keine größere Gefahr als das Hacken von Elektronik allgemein. Wir leben in einer hochvernetzten und hochautomatisierten Welt und egal wo gehackt wird, wo Systeme manipuliert werden, bedeutet das Gefahr. Hier geht es mehr darum, uns über die Datensicherheit und auch über die Zugangskontrolle bei solchen Systemen Gedanken zu machen. Ich bin ganz klar der Meinung, es sind Schutzmechanismen, Schutztechnologien erforderlich, damit Daten nicht frei verfügbar sind und nicht in jedem Umfeld verwertet werden dürfen. Außerdem sollten etwa medizinische Daten mit einer „Lebensdauer“ versehen werden. Sprich, sie werden gelöscht, wenn der Mensch, zu dem sie gehören, nicht mehr existiert. Da steht uns in den nächsten Jahren sehr viel Arbeit bevor. Die Technologien, mit denen wir uns auseinandersetzen, setzen bei den Menschen, die damit zu tun haben, ein hohes ethisches und moralisches Bewusstsein voraus. Die OSB AG als Unternehmen allgemein und die hier tätigen Ingenieure im Besonderen sind sich dieser Verantwortung stets bewusst. 

 

Für Sie überwiegen dennoch die Vorteile von Künstlicher Intelligenz?

 

Christian Seibert: In jedem Fall, denn KI macht das Leben einfach interessanter und leichter. Ob es um intelligentes Spielzeug geht, das Kinder fördert und ihnen Freude bereitet. Oder um KI-Systeme wie Roboter, die helfen können, bei älteren Menschen Krankheiten wie Parkinson und Alzheimer auszubremsen, und ihnen ermöglichen, länger Mitglied dieser Gesellschaft zu bleiben. KI bietet eine unendliche Fülle an Vorteilen. Diese gemeinsam mit den hochmotivierten OSB Kollegen zu entdecken und weiterzuentwickeln, ist eine wunderbare Aufgabe.

 

 

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